

Links: aktuelleR Zustand des Schraggabachs.
RECHTS: möglicheR Zustand nach der Realisation des «Projekt Chlus» der Repower AG.
Fotos / Visualisation: gideonberlin.com
Weil Natur das größte Asset der Schweiz ist: Lässt uns den Schraggabach gemeinsam schützen vor den Baggern der Repower AG !
Grüezi! Mein Name ist Gideon (*Amsterdam, 1988) und ich lebe in Berlin. Natürlich tue ich mich schwer damit, als Ausländer, diese Aktion anzustossen.
Ich bin mir bewusst, dass ich als Ausländer Zurückhaltung üben sollte. Gerade deshalb habe ich lange gezögert, diese Initiative zu beginnen. Dennoch glaube ich, dass dies in diesem Falle vielleicht richtig ist. Nicht, weil ich bereits seit 1997 regelmässig das Tal des Schraggabachs besuche, oft mehrmals pro Jahr und nicht selten direkt mehrere Wochen, oder weil ich regelmäßig im Bach bade.
Vor allem denke ich, dass die eventuellen Folgen des «Projekt Chlus» der Repower AG der Allgemeinbevölkerung in Grüsch, Valzeina und Seewis-Pardisla kaum bekannt sein dürften. An den Baustandorten des «Projekt Chlus» hat die Repower AG Informationstafeln zwar aufgestellt, diese jedoch stehen nicht selten an abgelegener Stelle. Wer stehen bleibt und sie liest, wird mit Marketingtexten über Naturkompensation und Renaturierung konfrontiert, statt mit der Naturvernichtung, mit der das «Projekt Chlus» zwangsläufig auch einhergeht.
Das zumindest etwas unter die Aufmerksamkeit zu bringen, das ist der Grund, warum ich dies alles – in der Hoffnung, betroffene Einwohnerinnen und Einwohner werden bald übernehmen – anstosse, denn:
Natur ist das größte «Asset» der Schweiz
Nach meiner Auffassung ist es darum höchst fragwürdig, den bisher von Menschenhand weitestgehend unberührten und landschaftsgestaltenden Schraggabach der Produktion einer eher geringen Menge Strom zu opfern. Zumal die dadurch ermöglichten Naturkompensations- und Renaturierungsmaßnahmen etwa den Igiser Mühlbach nie in einen natürlichen Zustand zurückversetzen können.
Naturkompensation und Renaturierung sind keine Natur
Bestenfalls sind sie eine gute Illusion, denn sie bleiben Gestaltung durch Menschenhand statt durch die Natur selbst. Beispiel Igiser Mühlbach: Aus den Renaturierungsmassnahmen kommt kein natürlicher Bachlauf zum Vorschein. Er ist bloss die Vorstellung, wie irgendwelche Menschen glauben, dass der natürliche Bachlauf aussehen könnte. Der Umstand, dass der renaturierte Igiser Mühlbach im Mündungsbereich weiterhin stark kanalisiert bleiben muss ob der dort ansässigen Industrie (Landquart Fabriken), zeigt, wie fraglich es ist, dass der Verlust an Natur im Bereich des Schraggbachs durch die im «Projekt Chlus» vorgesehene Renaturierungs- und Naturkompensationsmaßnahmen wirklich aufgefangen werden kann. Die über lange Zeit natürlich entstandene ökologische Kontinuität eines Bergbachs lässt sich nach einer technischen Überprägung schliesslich nur sehr begrenzt oder überhaupt nicht wiederherstellen.
Zerstörte Natur ist für immer verloren
Also habe ich mich dazu durchgerungen, beim Kanton Einsprache gegen das Projektgenehmigungsersuch der Repower AG einzulegen. Mein Schreiben (ohne Anlagen) findest Du hier.
Ich mutige jede und jeden an, ebenfalls Einsprache einzulegen. Die Auslegefrist endet am 18. August 2026. Einsprachen sind bis eben diesem Datum schriftlich zu richten an:
Kanton Graubünden
- Departement für Infrastruktur, Energie und Mobilität -
Ringstrasse 10
7001 Chur
Dafür musst Du nicht gut schreiben können und weder Juristin oder Jurist sein. Wichtig ist, dass Du Deine Einwände gegen das Projekt der Repower AG oder seine Teilbestandteile persönlich motivierst: Lege dar, wie Du vom «Projekt Chlus» beeinträchtigt wirst. Da kann ein kurzel Zettel genügen und es muss auch nicht notwendigerweise um den Schraggabach gehen.
Andere vom «Projekt Chlus» höchstwahrscheinlich im negativen Sinne betroffenen Orte sind laut Projektplanung beispielsweise:
- Seewis-Sand: Geplante Materialablagerung mit Bauverkehr, Staub und Geländeänderungen.
- Seewis-Pardisla: Belastung durch Bauverkehr, Materialtransporte und Veränderungen an der Landquart.
- Furnerbach: Verminderte Wasserführung durch die geplante Wasserfassung.
- Furna: Beeinträchtigung durch Bauverkehr, Baustellen und Eingriffe im Bachraum.
- Schwinboden: Geplante Materialablagerung mit dauerhafter Veränderung des Geländes.
- Jenaz: Belastung durch Baustellenverkehr, Materialtransporte und Arbeiten am Furnerbach.
- Pragg-Jenaz: Beeinträchtigung durch Bauverkehr und Veränderungen im Mündungsbereich des Furnerbachs.
- Arieschbach: Verminderte Wasserführung durch die geplante Fassung und Kraftwerksnutzung.
- Strahlegg: Direkter Eingriff durch Wasserfassung und technische Anlagen.
- Fideris: Belastung durch Bauverkehr, Leitungsbau und Veränderungen am Arieschbach.
- Fideris Station: Belastung durch Baustellenlogistik und Schwerverkehr.
- Küblis: Grosse Bauarbeiten für Wasserfassung, Sandfang, Speicher und Stollen.
- Dalvazza: Veränderung des Abflussregimes der Landquart.
- Luzein: Veränderung der Wasserführung der Landquart.
- Chlus: Bauarbeiten im Flussraum und Umbau der bestehenden Schwelle.
- Schiers: Belastung durch Bauarbeiten, Bauverkehr und Eingriffe an der Landquart.
- Grüsch: Belastung durch Bauverkehr und Veränderungen an der Landquart.
- Igis: Starke Veränderung der Wasserführung des Igiser Mühlbachs.
- Igiser Mühlbach: Deutlich verringerte Wassermenge und technische Umgestaltung.
- Landquart: Veränderung des Abflussregimes und mögliche Arbeiten an Energieanlagen.
- Landquartmündung: Dauerhafte Veränderung der natürlichen Wasserführung.
- Industriegebiet Trimmis: Bau der Kraftwerkszentrale mit Leitungen und Schaltanlagen.
- Sarelli: Mögliche Bauarbeiten für die Verkabelung der Hochspannungsleitung.
- Alpenrhein bei Trimmis: Veränderung der Wasserführung durch die Kraftwerksrückgabe.
- Zizers: Bauarbeiten für Druckleitungen und mögliche Rheinaufweitungen.
- Malans: Mögliche Belastung durch Leitungsbau, Bauverkehr und Ersatzmassnahmen.
- Maienfeld: Mögliche Eingriffe durch eine geplante Rheinaufweitung.
- Bad Ragaz: Mögliche Eingriffe durch eine geplante Rheinaufweitung.
- Valzeina: Belastung durch Bauverkehr und Veränderungen am Schraggabach.
Natürlich ist diese Liste nicht abschliessend. Es können und werden voraussichtlich noch weitere Orte von den Vorhaben des «Projekt Chlus» beeinträchtigt sein, sei es durch die technischen Bauten, die Veränderungen in Landschaft und Natur, sowie durch Bauarbeiten, Logistik und Verkehr.


Links: aktuelleR Zustand des Schraggabachs.
RECHTS: möglicheR Zustand nach der Realisation des «Projekt Chlus» der Repower AG.
Fotos / Visualisation: gideonberlin.com